26.08.2011

"Ein Özil schafft noch keine Integration" - Fortsetzung der Podiumsdiskussionen in Niedersachsen

Die "Startaufstellung" (von links): Hakan Altin, Detlef Kaczmarek, Viola von Cramon, Henning Schick und Dr. Riem Hussein vor Beginn der Diskussionsrunde

Die "Startaufstellung" (von links): Hakan Altin, Detlef Kaczmarek, Viola von Cramon, Henning Schick und Dr. Riem Hussein vor Beginn der Diskussionsrunde

Die Veranstaltung fand großen Zuspruch in der Region

Die Veranstaltung fand großen Zuspruch in der Region

Auch im Anschluss gab es noch Gesprächsbedarf: Detlef Kaczmarek (sitzend), Hakan Altin (links) und Viola von Cramon in kleiner Runde mit Publikumsgästen

Auch im Anschluss gab es noch Gesprächsbedarf: Detlef Kaczmarek (sitzend), Hakan Altin (links) und Viola von Cramon in kleiner Runde mit Publikumsgästen

Auf Einladung der Sportpolitischen Sprecherin Viola von Cramon und des Kreisverbands Goslar Bündnis 90/Die Grünen fand am 24.08.2011 als Fortsetzung der Veranstaltungen im Juni diesen Jahres eine Podiumsdiskussion zum Thema „Sport und Integration“ im  „Hubertus Hof“ in Goslar statt.

Neben Viola von Cramon als Moderatorin nahmen auf dem Podium Hakan Altin (Trainer TSKV Goslar), Detlef Kaczmarek (Stellv. Vorsitzender des KSB Goslar), Dr. Riem Hussein (FIFA-Schiedsrichterin) sowie der stellvertertretende Direktor des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV), Henning Schick Platz. Doch auch das Publikum war gut und vor allem sachkundig besetzt: neben OB-Kandidat Dr. Eberl und dem Kreisehrenamtsbeaftragten des NFV,  H.-J. Schmalstieg waren sogar Spieler der Ersten Herren des TSKV Goslar zu finden.

Nach der Begrüßung durch Cornelia Grote-Bichoel vom Kreisverband Goslar stellte Henning Schick zunächst grundlegende Ansätze des DFB zum Thema „Sport und Integration“ in einem

Eingangsreferat vor. Es gelte aus Sicht des DFB, Vielfalt als eine Chance zu begreifen und das Bewusstsein dahingehend zu ändern, dass Integration „bei mir“ anfängt. Durch ein Video veranschaulichte er seine Thesen.

So wurde in lockerer Atmosphäre rege über viele Themen diskutiert: unterschiedliche Mentalitäten, Mitgliederschwund vor dem Hintergrund von Ganztagsschulen und demographischem Wandel sowie  Ansätze zur Gewinnung neuer Mitglieder. Auch die Möglichkeiten der Einbindung von Eltern im Sportbetrieb, die Bildungschipcard und sprachliche Barrieren spielten eine Rolle in der Diskussion. Zudem wiesen Publikumsbeiträge hin auf noch immer vorherrschende „Deutsche Inseln“, das Fehlen einer Integrationsbeauftragten sowie  die Problematik, passive Teilnehmer bei Sportveranstaltungen zu integrieren.

Im abschließenden Statement befand Henning Schick, dass es häufig ein definitorisches Problem des Begriffs „Integration“ sei, da damit gleichzeitig das „Denken in Kategorien“ verbunden sei. Riem Hussein bezog sich auf den einleitenden Satz „Integration fängt bei mir an“, mit dem Zusatz, dass man bei sich schauen könne, wie viel man schon investiert und wo es noch Möglichkeiten gäbe. Hakan Altin befand die Sprache als wichtigstes Mittel im Bezug auf das Thema Integration. Detlef Kaczmarek äußerte den Wunsch, Sport in der Politik ernster zu nehmen und ihn nicht nur als freiwillige Leistung abzutun.

Viola von Cramon fasste abschließend zusammen, dass bereits einiges geschafft sei, jedoch weiterhin Diskrepanzen bestehen – besonders zwischen aktiven Mädchen und Jungen, wo das Verhältnis noch ausgeglichener sein könnte. So gäbe es  neben dem demographischen Wandel noch weitere Themen, die in der Sportpolitik künftig noch stärker behandelt werden müssten.

URL:http://violavoncramon.de/bundestag/aus-der-fraktion/aus-der-fraktion-single/article/ein_oezil_schafft_noch_keine_integration_fortsetzung_der_podiumsdiskussionen_in_niedersachsen/