28.08.2013

Politischer Kinoabend der Grünen Jugend Northeim: "Taste the Waste"

Im Anschluss gab es eine lebhafte Diskussion über mögliche Lösungsansätze in der Landwirtschaft, beim Vertrieb und beim Verbraucher

Dienstagabend hatten Grüne Jugend Northeim und BUND Northeim zusammen zu einem politischen Kinoabend in die Neue Schauburg eingeladen. Rund 45 BesucherInnen kamen um den mehrfach ausgezeichneten, gleichwohl aber auch erschütternden Film "Taste the Waste" zu sehen, der das Ausmaß unserer Wegwerf-Gesellschaft unverhüllt zeigt und die Konsequenzen unseres Konsumverhaltens sowohl im kleinen als auch im globalen Rahmen veranschaulicht. Während weltweit jeder achte Mensch hungert, wird uns täglich vor Augen geführt, wie gedankenlos unsere Gesellschaft inzwischen mit ihrem Überfluss an Lebensmitteln umgeht. Jeder Deutsche wirft pro Jahr etwa 81,6 Kilogramm Lebensmittel einfach weg, insgesamt wird nur die Hälfte aller verfügbaren Lebensmittel verwertet.

Nach Vorführung des Films diskutierten Viola von Cramon, Daniel Wehmeyer (Bio-Landwirt aus Düna) und Tobias Schnabel (EDEKA-Marktleiter in Northeim) über mögliche Lösungsansätze. Moderiert wurde das Gespräch von Laurens Frederking (Grüne Jugend Northeim). Aus der Diskussion ging eines deutlich hervor: Jeder kann etwas zu einer Verbesserung der Situation beitragen. Auf der einen Seite sind es Industrie und Handel, die massiv Lebensmittel wegwerfen, weil sie in zu hoher Zahl produziert oder importiert wurden und nicht verkauft werden können oder aber weil sie auf dem langen Transport bis in die Supermarktregale falsch behandelt wurden und nicht mehr verkaufsfähig sind. Auf der anderen Seite ist es die Politik, die strenge Regelungen für den Verkauf von Lebensmitteln erlässt, was letztlich dem Schutz der Verbraucher dienen soll. Aber es gibt noch eine dritte Seite, die ebenfalls Verantwortung trägt: die Verbraucher selbst, und das sind wir alle. Wenn wir alle versuchen unseren Warenkorb mit mehr regionalen und saisonalen Produkten zu bestücken, die nicht vom anderen Ende der Welt geliefert werden müssen und auch nur so viel Kaufen wie wir auch wirklich essen können, dann könnten die Bauern in Kamerun ihr Land wieder selbst bewirtschaften um ihre Familien zu ernähren, statt zu hungern weil sie für uns als Tagelöhner auf riesigen Plantagen Bananen ernten, die sie sich selbst nicht leiden können.

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